SCHÖNE NEUE WELT DES BANKING - SERIE ZUR DIGITALISIERUNG: DIE PLÄNE DEUTSCHER BANKEN (8) - "STARKE" KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

„Noch Zukunftsmusik“

bn – Robotergestützte Automatisierung, maschinelle Datenanalysen, Chatbots – noch beschränken sich die Anwendungen künstlicher Intelligenz (KI) in Banken auf sogenannte schwache KI. Diese Weak Artificial Intelligence (AI) sucht im Zuge ihres Betriebs oder im Falle einer Interaktion nach ihr bekannten Merkmalen und reagiert darauf entsprechend ihrer Programmierung.

Bis zum Einsatz einer „starken KI“, welche menschliches Handeln nicht nur simuliert, sondern tatsächlich wie ein Gehirn funktioniert, werden nach einhelliger Einschätzung der deutschen Institute noch einige Jahre ins Land gehen. „Diese Technologie steht noch am Anfang“, teilt etwa die Deutsche Bank mit. Weiter geht die Commerzbank: „Unserer Meinung nach sind wir noch mindestens 30 Jahre entfernt von einem Algorithmus, der annähernd so eigenständig und kreativ intellektuellen Aufgaben nachgehen kann wie ein Mensch“, heißt es bei der gelben Bank. „Ein Grund dafür ist, dass wir die Funktionsweise des menschlichen Gehirns bisher nicht vollständig verstehen.“ Ihr Resümee: „KI im eigentlichen Wortsinn ist bisher noch Zukunftsmusik.“

Wie die DekaBank anmerkt, bietet bereis die heute verfügbare Weak AI zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, „aber auch Herausforderungen etwa hinsichtlich Governance, Security und Ethik“. Der Komplexitätsgrad einer Strong AI hinsichtlich dieser Fragen dürfte „um ein Vielfaches höher sein“, gibt IT-Leiter Hans-Jürgen Plewan zu bedenken. Hier stünden „noch einige Jahre an intensiver Forschungsarbeit an“, heißt es dazu bei der LBBW.

(Börsen-Zeitung, 17.8.2019)


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